Apples In-Ear Kopfhörer: Eine einzige Frechheit
- Posted on October 29th, 2009
- Category: Everything else . Nerd stuff
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Seit einiger Zeit besitze ich ein Paar In-Ear Headphones von Sony und war immer sehr zufrieden. Generell bin ich ein Fan von den Steckern, die man sich direkt in’s Ohr prügeln kann, damit das Trommelfell ordentlich massiert wird. Das Resultat: Besserer Klang bei geringerer Lautstärke, da kaum Schall nach Außen dringen kann.
Irgendwie bin ich heute jedoch auf die fixe Idee gekommen, mir ein paar Apple In-Ear Stecker für meinen iPod zu kaufen. Der Grund: Diese “MyPhonies” (Hallo Lisa) haben zum einen eine Fernbedienung am Kabel und zum anderen ein kleines Mikro integriert. Damit lässt sich der iPod komfortabel steuern ohne dass ich ihn jedes Mal aus der Tasche kramen muss. Außerdem kann ich endlich über den iPod Skypen, da das Gerät selbst kein Mikro hat.
Soweit zur Theorie.
Im M. Markt stand ich dann erst ziemlich verdutzt vor’m Regal. Auf den ersten Blick fand ich nur die “normalen” Kopfhöhrer (Also nicht “In-Ear”), aber immerhin mit Fernbedienung und Mikro für 25 Euro. “Scheiße”, dachte ich mir und wurde aber dann doch nach etwas Suchen fündig: In-Ear-Stecker von Apple mit Allem für 69 Euro… Moment. 70 Ocken??? Etwas ungläubig schaute ich mir die Packung genauer an, ob da nicht noch irgendwas anderes drin sein könnte. Diamandenbesetzte Kabel oder vergoldete Stecker zum Beispiel. Fehlanzeige. Total verwirrt und fast schon in Trance war ich kurz davor einen MM-Mitarbeiter anzusprechen, hab’s dann aber zum Glück doch gelassen.
“Na, ja” denke ich mir. Die Dinger werden ihr Geld schon wert sein. Also EC-Karte gezückt, gekauft und zu Hause ausgepackt.
Und tatsächlich: In der Packung ist mehr drin als ich dachte: Ein seltsames weißes, dreieckiges Etwas um das die Kopfhörer gewickelt sind und eine ebenfalls weiße aber äußerst mysteriöse Kapsel. Fehlt eigentlich nur noch Morpheus, der aus der Schachtel springt und fragt: “You gonna take the white pill?”
Da die Kapsel doch etwas zu groß zum Schlucken ist, mach ich sie auf und tadaa, so mysteriös war sie gar nicht. Lediglich ein paar Ersatz-Stöpsel in zwei weiteren Größen.
Im Handbuch fand ich dann noch eine weitere Kuriosität: Zwei winzig kleine, kreisrunde Dinger, die mit Tesa auf der Rückseite angeklebt waren. Nach kurzem Studium des Handbuchs fand ich heraus, dass es sich hierbei um sog. “Klangfilter” handelte. Was die machen? Grob gesagt: Laut Betriebsanleitung kann man mit diesen die original Teile ersetzen, falls die Alten mal mit Ohrpopel vollgematscht sind. Diese “Filter” sind nämlich nichts anderes als “Ohrschmalzsperren”. – Na, ja. Wer’s braucht..
Inzwischen hatte ich mich dann auch den eigentlichen Kopfhörern zugewandt, da diese es ja eigentlich waren, die ich wollte. Am Kabel ist ein wirklich kleines Plastikdingens angebracht mit drei Knöpfen: Laut, Leise und “DerKnopfFürAlles”. Letzterer hat seinen Namen verdient. Einmal drücken: Play. Nochmal drücken: Stop. Zweimal drücken: Nächster Track. Dreimal(!!) drücken: Zurück. Ich sah mich innerlich schon im Bus fluchen.
Auf der Rückseite war dann auch das Mikro zu sehen. Gefühlte Ausmaße: 1x1mm. Kein Scherz. Ausprobiert habe ich das Ding noch nicht. Dafür aber die Klangqualität und hier kommt die eigentliche Enttäuschung: Ich weiß nicht, ob meine Ohren zu sehr von den Sony verwöhnt sind, aber der Sound ist scheiße. Und mit scheiße mein ich richtig scheiße. Bässe konnte ich kaum vernehmen. Selbst mit kleineren Stöpseln aus der Alien-Kapsel hat sich nichts verbessert. Rumpopeln am Equalizer bringt auch nix.
Total verwirrt wechsel ich wieder zu den Sonys zum Test. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Unglaublich. Und dafür hatte ich 69 Euro ausgegeben?? Frechheit.
Wer also die iPod-Kopfhörer mit Fernbedienung und Mikro will, greift lieber zum günstigen 25-Euro Modell. Viel schlechter können die auch nicht sein und man spart immerhin noch Geld..
Ich bin jetzt richtig sauer und fühle mich irgendwie ein bißchen wie Lisa. Steve Mobs, gimme ma money back !!!
Nachtrag: Ich habe eben mit den Kopfhörern über meinen iPod mit Skype telefoniert. Resultat: Katastrophe. Meiner Freundin sind anscheinend fast die Ohren abgefallen, weil der Ton teilweise so laut war. Anscheinend hat die Lautstärke ständig geschwankt. Zumindest hab ich das so verstanden.
Hab das Mikro dann etwas weiter weg gelegt, indem ich einen der Stöpsel aus dem Ohr genommen hab. Folge: Total dumpfer Sound bei ihr, so dass sie kaum verstehen konnte was ich gesagt hab.
Mein Fazit: Die Kopfhörer sind total unbrauchbar.
Update: Ich habe die Kopfhörer an Apple zurück geschickt.


Ich bitte dich. Das weiss sogar ich als nicht Apple Nutzer: Nach dem Ipod-Kauf sofort andere Kopfhörer besorgen und nicht die Apfel-Teile benutzen.
Aber 70 € für den Crap ist sogar für ein Apple Produkt hart ^^
Na,ja. Sowas hätte ich vielleicht bei den Standard-25-Euro- Kopfhörern erwartet, die bei den iPods immer beiliegen, aber halt nicht bei der “Deluxe Version” zum Nachkaufen.
Ich habe jetzt übrigens noch erfahren, das der Grund für die lahmen Bässe ein tolles “Feature” von diesen Dingern ist: Anscheinend sind intern einmal ein Hochtöner und ein Tieftöner verbaut. Bei hochwertigen Geräten soll das wohl auch echt gut sein, aber hier ist die Technik wohl irgendwie fehl am Platz…
ähm, 70€ für die kopfhörer? das ist echt heftig…
btw. nelson-haha
übrigens…die magic mouse find ich recht mies…war diese woche in dem apfel-laden beim xinedome und hab die mal ausprobiert…ich find die zu klein, zu wackelig und die vor-zurück geste mit den zwei fingern sehr, äh, unergonomisch. Hast du schon bemerkt das die keine mittlere maustaste hat?(ist mir erst im laden aufgefallen
=> da ist bei mir exposé drauf…ohne das komm ich echt nicht zurecht
Echt, ist die Magic Mouse so scheiße?
Ich hätte die fast gekauft, aber die gab’s noch net im Laden.
Exposé hab ich bei meiner Mighty Mouse auf der 4. Taste (Also die an der Flanke links/rechts). Alternativ ist die Funktion auch links oben in der Ecke vom Screen, wenn man da mit der Mouse hinfährt – Zumindest hab ich’s so eingestellt.
Die mittlere Maustaste hab ich ehrlich gesagt noch nie benutzt.
Aus Usability-Sicht ist imho allerdings Cmd+Tab besser als das Exposé. Bei letzterem muss man immer so lange suchen, bis man den richtigen Screen gefunden hat.
Geiler Artikel! Ich wollte die Tage auch schon los ziehen und mich an dem Apple Produkt erfreuen… das werde ich mir dann wohl noch mal überlegen.
Grüße aus Oldenburg
Hey, Cai. Schön dass du hier vorbei schaust
Hoffe, die IBMler haben dich nicht zu sehr gequält?
Wegen den Kopfhörern: Falls du die “Sonderfunktionen” der Apple Teile nicht brauchst, Greif lieber zu ein paar Sennheisern. Die sind ihr Geld echt wert. Deine Ohren werden’s dir danken
Hi, ich komm ja ein wenig spät aber meine in-ear Steckerchen von Apple sind super. Und ich habe zum Vergleich ein Paar Sures für über 200 Euro. Der Klang der Sures ist satter, runder, aber die Äpfelchen halten sich mehr als wacker. Bei Jazz und klassischer Musik empfinde ich die Transparenz der Apple In-Ear als beinahe gleichwertig. Und beim gelegentlichen Filmeschauen auch. Aber gestattet mir eine kleine Anmerkung.
Als Berufsmusiker mit langen Jahren Studioerfahrung (= viel Kopfhörertragen) habe ich eines gelernt: Sennheiser Kopfhörer habe einen sehr spezifischen “Klang”, an den der Hörer sich gewöhnt mit der Zeit gewöhnt. Aber diser “Sennheiser-Sound” hat freilich nichts mehr mit dem zu tun, was ein guter Kopfhörer (genauso wie gute Lautsprecher) _eigentlich_ tun sollten: nämlich NEUTRAL sein und keinen Eigenklang haben. Nicht nur bei Sennheiser ist das übrigens so, sondern auch bei Sony oder Bose (die letzteren sind sowieso totale Augenwischerei). Als Musiker empfehle ich entweder Sure oder AKG – und um am Ende noch einmal zurück zum Topic zu kommen: der Apple-Kopfhörer ist für meine Ohren WESENTLICH neutraler als ein vergleichbarer Sennheiser. Und daher stimmen letztenendes auch die angestrengten Preisvergleiche nicht überein.
Ich habe inzwischen rausgefunden, wo das Problem liegt: Es sind die Gummistöpsel auf den Hörern. Diese sind zu hart und/oder zu groß. Jedenfalls passen sie einfach nicht weit genug rein. Drücke ich sie stärker in die Ohrmuschel, ist der Sound gut. Lasse ich los, gibt’s wieder Telefon-Gedudel.
Die Gummistöpsel von meinen 20-Euro-Sony Kopfhörern sind wesentlich weicher und gleiten gut rein. Dadurch verbessert sich der Sound um WELTEN.
@Timo
hallo,
der sound der kopfhörer ist eigentlich recht passabel, allerdings passen die gummiteile echt in überhaupt kein ohr. hat jemand eine idee mit was man diese ersetzen könnte?
Hey,
das ist eigentlich ‘ne ganz gute Idee einfach diese Gummidinger auszutauschen. Hab’s aber noch nie probiert. Müsste ganz einfach sein sofern man Aufsätze findet, die drauf passen.
Ich hab leider meine Apple In-Ear Hörer nicht mehr sonst hätte ich es mal ausprobiert.
Soweit ich weiß, ist die Aufnahme für die Aufsätze bei den meisten Hörern aber kein Hexenwerk. Das ist doch normalerweise immer so ein kleiner Nippel wo das Gummiding dann drauf muss, oder?
Ich hab mich damals übrigens auch bei Apple über die extrem harten Gummiteile beschwert und man versprach mir, es weiterzuleiten… Na, mal sehn
Vielleicht magst du das ja mal ausprobieren?
Würd mich echt interessieren ob das klappt und zu besserer Klangqualität führt.
Wie gesagt, die Aufsätze der Sony MDR EX 35 LPW sind für meine Ohren wirklich perfekt und absolut butterweich. Kosten auch nur 20 Euro. Vielleicht magst du die mal ausprobieren?